Das Raynaud-Syndrom ist eine Durchblutungsstörung der Finger (seltener auch der Zehen), bei der es anfallsartig zu einer Verengung der kleinen Gefässe kommt – meist ausgelöst durch Kälte oder Stress.
Typisch sind:
- Weiss- und Blauverfärbung der Finger
- Kältegefühl
- Kribbeln oder Schmerzen beim Wiedererwärmen
Man unterscheidet eine häufige, meist harmlose Form (primäres Raynaud-Syndrom) und eine seltenere Form im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen (sekundäres Raynaud-Syndrom).
Wann sollte eine Abklärung erfolgen?
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:
- erstmaligem Auftreten im Erwachsenenalter
- zunehmender Häufigkeit oder Stärke der Anfälle
- asymmetrischen Beschwerden
- starken Schmerzen oder Hautveränderungen
In diesen Fällen kann eine zugrunde liegende Erkrankung (z. B. aus dem rheumatologischen Formenkreis) vorliegen.
Diagnose in unserer Praxis
Wir beurteilen die Durchblutung der Finger und Zehen und schliessen andere Gefässerkrankungen aus.
Je nach Fragestellung kommen folgende Untersuchungen zum Einsatz:
- Ultraschalluntersuchung (Duplex) der Gefässe
- Pulsoszillographie zur Beurteilung der Durchblutung
- Kapillarmikroskopie, bei der die kleinsten Gefässe am Nagelfalz sichtbar gemacht und beurteilt werden können
Je nach Befund erfolgt eine gezielte weiterführende Abklärung oder Zuweisung an die entsprechende Fachdisziplin.
Behandlung
Die Beschwerden können in den meisten Fällen gut kontrolliert werden:
- konsequenter Kälteschutz (Handschuhe, warme Kleidung)
- Vermeidung von Auslösern (Kälte, Stress)
- Verzicht auf gefässverengende Substanzen (insbesondere Nikotin, auch Cannabis kann Beschwerden verstärken)
- regelmässige Bewegung zur Förderung der Durchblutung
Bei stärkeren Beschwerden:
- medikamentöse Gefässerweiterung möglich